Rentenpaket: Bei der Erwerbsminderungsrente zu kurz gesprungen?

Berlin. Auf Einladung der Hans-Böckler-Stiftung diskutierten Sozialpolitiker am 23. Juni 2014 die provokante Frage, ob die Regelungen des „Rentenpaketes“ ausreichend sind oder nicht. Im Fokus hatten die Experten die Neuregelungen bei der Erwerbsminderungsrente. Hier stand die These im Raum, dass der Gesetzgeber „zu kurz gesprungen sei“.

In seinem Vortrag stellte Dr. Reinhold Tiede von der Deutschen Rentenversicherung Bund die Auswirkungen der Neuregelungen auf die Höhe der Erwerbsminderungsrenten dar:

In der anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass die Erwerbsminderung immer noch zum „verdrängten Risiko“ gehört. Auch mit den Neuregelungen sind Erwerbsgeminderte extrem armutsgefährdet (siehe hierzu auch die Studie der Deutschen Rentenversicherung Bund, DRV Schriften, Band 99: Sozioökonomische Situation von Personen mit Erwerbsminderung). Von den Neuregelungen des Rentenpaketes bezüglich der erweiterten Zurechnungszeit von 60 auf 62 Jahren profitieren nur die Neurentner. Für die vielfach geforderte Abschaffung des Abschlags bei Renten wegen Erwerbsminderung von bis zu 10,8% findet sich im politischen Raum derzeit keine Mehrheit. Die Diskussion unter Leitung von Professor Diether Döring finden Sie hier: